VEREIN ZUR FÖRDERUNG DER GRABUNGEN IN EPHESOS

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Neustart für die Ausgrabungen in Ephesos

Gute Nachrichten für Österreichs Archäologie: Österreichische Wissenschaftler/innen können ihre Feldforschungen vor Ort im türkischen Ephesos heuer wieder voll aufnehmen.

Österreichs Ausgrabungen in Ephesos haben eine lange Tradition. Seit 1895 forschen Archäolog/innen an der antiken Stätte. Immer wieder kam es in der Geschichte der Grabungsarbeiten auch zu Unterbrechungen. Zuletzt im Jahr 2016 aufgrund diplomatischer Spannungen zwischen Österreich und der Türkei. 2018 und 2019 wurde zwar erneut eine Grabungsgenehmigung erteilt, diese wurde jedoch in den darauffolgenden zwei Jahren - auch bedingt durch die Corona-Pandemie - für Österreichs Archäologie nicht erneuert.

Nun konnte dank der Gespräche zwischen Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan sowie zwischen den Außenministern Alexander Schallenberg und Mevlüt Çavuşoğlu ein Neustart für Ephesos erreicht werden. Mit dem Beginn der Grabungssaison im Frühjahr können österreichische Archäolog/innen wieder gemeinsam mit türkischen Wissenschaftler/innen ihre Grabungs-, Forschungs- und Restaurierungsarbeiten in Ephesos fortsetzen. 

Gemeinsames kulturelles Erbe

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), dessen Österreichisches Archäologisches Institut (ÖAI) die Grabungen in Ephesos leitet, begrüßt diese positive Entwicklung sehr. Durch die Zusammenarbeit von türkischen und österreichischen Kolleginnen und Kollegen zählt das Weltkulturerbe Ephesos zu den am besten dokumentierten archäologischen Unternehmungen weltweit. Umso erfreulicher ist es, dass diese fruchtbare wissenschaftliche Zusammenarbeit bald wieder vor Ort aufgenommen werden kann. Gerade in einer Zeit, in der kulturelles Erbe vielerorts bedroht ist, ist es von großer Bedeutung, dass Stätten wie Ephesos für kommende Generationen erhalten und in internationaler Zusammenarbeit erforscht werden.

UNESCO-Weltkulturerbe

Ephesos ist eine der größten wissenschaftlichen Unternehmungen Österreichs im Ausland. Alljährlich sind um die 250 Wissenschaftler/innen aus bis zu 20 Ländern an den Grabungen und Forschungen beteiligt. Ephesos, das auch ein beliebtes touristisches Reiseziel ist, wurde 2015 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Genehmigung von Grabungsarbeiten muss jedes Jahr bei den türkischen Behörden neu beantragt werden. Die heurigen Feldforschungen sollen im Mai starten.