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Sptantike Residenz

 

Ein Raum für die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte in der spätantiken Residenz

 

Mitte Mai 2014 werden die Grabungen in der spätantiken Residenz, unterstützt von der Gesellschaft der Freunde von Ephesos, fortgesetzt. Daher konzentrieren sich die Arbeiten momentan auf die Vorbereitung der kommenden Kampagne und die Aufarbeitung der Funde des Vorjahres.

 

2013 lag der Schwerpunkt der Ausgrabung auf dem nordwestlichen Viertel der spätantiken Residenz – ein Bereich, der unmittelbar an einer der wichtigen Hauptstraßen lag. In diesem Fall führte die Straße auch an der Marienkirche, der Metropolitankirche von Ephesos, vorbei. Generell waren straßenseitig situierte Räume mit wirtschaftlichen Aktivitäten (Handel und Handwerk) verbunden, wie Beispiele an vielen anderen Orten und während verschiedener Epochen des Altertums zeigen. In der spätantiken Residenz sticht aber einer dieser Räume aufgrund seiner Funktion besonders hervor: Es handelt sich um eine in den Wohnkomplex integrierte, große Pressanlage. Ihre Funktionsweise wird derzeit im Auftrag des ÖAI am Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz (RGZM) rekonstruiert, mit ersten Ergebnissen ist in Kürze zu rechnen.

 

Obwohl jene Elemente der eigentlichen Presse, die aus Holz oder anderen vergänglichen Materialen bestanden, im Zuge der Zerstörung des Gebäudes im 7. Jh. verbrannten, lässt sich anhand der Einlassungen von Balken in den Marmorboden, eines Schachtes und eines Auffangbeckens unterhalb des Bodens eine beinahe den gesamten Raum ausfüllende Konstruktion erschließen. Wiederverwendete antike Architekturelemente, etwa ein Säulenkapitell, dienten wohl als Gewichte. Als ein besonders interessanter Fund erwies sich eine Steinplatte: während ihre Rückseite Gerinne aufweist, die auf die Verarbeitung von Flüssigkeiten schließen lassen, trägt die Vorderseite die Abschrift eines bisher unbekannten Briefes des Kaisers Antoninus Pius (86–161 n. Chr.).

 

In dem Raum befinden sich noch weitere Installationen, die für die Lagerung und Verarbeitung von Lebensmitteln benötigt wurden. Neben den Überresten eines großen, in den Boden eingelassenen Vorratsgefäßes (Pithos), das wohl für die Lagerung von Getreide gedacht war, fand sich auch eine Handmühle, die zusammen mit einem Kuppelofen möglicherweise für die Herstellung von Brot verwendet wurde. Zudem wurden im Zerstörungsschutt Unmengen von Schlachtabfällen entdeckt, die neben Messern und Beilen auf eine Fleischverarbeitung in diesem Bereich weisen.

 

Die Befunde und Funde belegen eindeutig, dass dieser Raum der Produktion und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse diente, was möglicherweise in Verbindung mit der gesellschaftlichen Position des Hausherrn zu sehen ist. Eine Verbindungstür führt im Süden in einen benachbarten Raum, der vielleicht ebenfalls entsprechende Installationen beherbergte oder als Lagerraum benutzt wurde. Dieser Raum soll während der Kampagne 2014 ausgegraben werden.

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Fünfter Ephesostag im Kulturforum in Istanbul

 

Am 28.02.2014 findet im Österreichischen Kulturforum in Istanbul erneut der Ephesostag statt.

 

Bereits zum fünften Mal werden die Archäologen des österreichischen archäologischen Insituts unter der Leitung von Dr. Sabine Ladstätter einen exklusiven Einblick in die Arbeiten und Funde des Vorjahres in Ephesos geben. Führende Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Wissenschaftsbereichen stellen in ihren Vorträgen und mit der parallel stattfindenden Ausstellung die spannende interdisziplinäre Arbeit in der einzigartigen Ausgrabungsstätte Ephesos vor.

 

Programm

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Exklusivführung durch das Ephesos Museum

 

Anfang Dezember fand im Ephesos Museum eine Exklusivführung für Mitglieder der Gesellschaft statt.

 

Diese wurde von Frau Dr. Ladstätter, Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts, und Herrn Dr. Plattner, des. Direktor des Ephesos Museums, geleitet.

 

Schwerpunkt der Führung war die Verflechtung von heutiger Forschungmit Museum und Geschichte. Dabei wurde die heutige diachrone Sicht dem musealen Blick gegenübergestellt. 

019 Dr. Sabine Ladstätter, © ÖAI/N. Gail

 

GFE-Jahrestreffen mit Dr. Ladstätter und Dr. Horejs
 

Am 20. November 2013 war es wieder soweit: die Gesellschaft der Freunde von Ephesos lud zur alljährlich stattfindenden Festversammlung, die in traditioneller und bewährter Weise wieder im ehrwürdigen Haus der Industriellenvereinigung stattfand. Der Präsident der Gesellschaft, Generaldirektor Ing. Wolfgang Hesoun, konnte im Großen Festsaal über 200 Gäste begrüßen und verkündete die guten Neuigkeiten – die Bestätigung des Vorstands für eine weitere Drei-Jahres-Periode samt der Ernennung eines weiteren Vorstandsmitglieds, GD Dr. Gerhard Roiss, der bereits seit rund einem Jahr als kooptiertes Vorstandsmitglied der Gesellschaft mit Rat und Tat unterstützend zur Seite stand.

 

Nach diesen erfreulichen Neuigkeiten begrüßte Präsident Hesoun die Wissenschafterin des Jahres 2012 und Leiterin des ÖAI, Grabungsleiterin Dr. Sabine Ladstätter. Diese hielt erneut einen beeindruckenden Vortrag über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der abgelaufenen Grabungskampagne. Dabei zeigte sie einmal mehr, dass die Geisteswissenschaft Archäologie sich die Vorteile moderner naturwissenschaftlicher Methoden zu Nutze macht. Dazu zählt unter anderem die geophysikalische Prospektion, die die Gesellschaft der Freunde von Ephesos seit Jahren mit erklecklichen Unterstützungsleistungen fördert und die effektive Ergebnisse zu Tage bringt, nämlich Kartographierungen der historischen Stadt.

 

Nach diesem Vortrag wurde an die Gastvortragende des Festabend übergeleitet, Frau Dr. Barbara Horejs vom ÖAW, ihres Zeichens Direktorin des Instituts für Orientalische und Europäische Archäologie (OREA). Sie stellte Teile des mit ERC-Grant finanzierten aktuellen Forschungsvorhabens „Prehistoric Anatolia“ unter dem Vortragstitel „Das Zentrumskontinuum von Ephesos“ vor. Nicht nur die atemberaubenden Bilder, sondern insbesondere die wissenschaftlichen Forschungen machten nachhaltig Eindruck.

 

Zum Ausklang des Abends lud Präsident Hesoun alle Gäste zum Buffet, um das eben Erlebte fachlich weiter zu diskutieren.

 

Für weitere Informationen:

www.oeai.at

www.orea.oeaw.ac.at

5 © ÖAI

Hoch interessante Ergebnisse der Grabung in der Spätantiken Residenz

 

Seit 2013 fördert die Gesellschaft der Freunde von Ephesos im Rahmen eines dreijährigen Projekts die Ausgrabung einer spätantiken Residenz im Stadtzentrum von Ephesos. Es handelt sich dabei um eines von mehreren luxuriösen Wohnhäusern der städtischen Elite, dessen Erbauung im ausgehenden 4. Jh. oder beginnenden 5.Jh. erfolgte.

 

Im Juni wurde mit den diesjährigen archäologischen Arbeiten in der spätantiken Residenz begonnen. Bereits nach dem ersten Grabungsmonat ist es möglich, wissenschaftlich hoch interessante Ergebnisse zu präsentieren. So wurde das Areal im Mittelalter wohl landwirtschaftlich genutzt, wie zahlreiche Speicherbauten nahelegen. Die Ausgrabung konzentriert sich in diesem Jahr auf den Nordwesten des Komplexes, hier ist der Eingangsbereich zu erwarten, aber möglicherweise auch Tabernen, also Geschäfte, die sich auf eine mit Säulen geschmückte Straße nach Norden hin öffneten. Umgestürzte Mauern, herabgefallene Böden und das eingebrochene Dach sind Zeugen einer plötzlichen Zerstörung, die wohl im späten 7. Jahrhundert n. Chr. erfolgte. Reich ist die Grabung auch an Münzfunden, allein in den letzten vier Wochen konnten über 200 Münzen gefunden werden.

 

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier

Dr.

 

Archäologin Sabine Ladstätter, Grabungsleiterin in Ephesos und Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts, wurde vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten zur "Wissenschafterin des Jahres 2011" gewählt. 
"Die traditionsreiche Grabung in Ephesos ist das Glanzstück des Österreichischen Archäologischen Instituts - dazu trägt Sabine Ladstätter ganz wesentlich bei", so Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle. In der Grabungssaison 2011 arbeitete sie an der Spitze von 216 Fachleuten aus 16 Ländern und 22 wissenschaftlichen Disziplinen. Sabine Ladstätter führte das internationale Team zu wertvollen Funden und neuen Erkenntnissen. 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.
Ein ausführliches Interview mit Frau Doz. Ladstätter finden Sie hier. 

Archäologin Sabine Ladstätter, Grabungsleiterin in Ephesos und Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts, wurde vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten zur "Wissenschafterin des Jahres 2011" gewählt. 

 

"Die traditionsreiche Grabung in Ephesos ist das Glanzstück des Österreichischen Archäologischen Instituts - dazu trägt Sabine Ladstätter ganz wesentlich bei", so Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle.

In der Grabungssaison 2011 arbeitete sie an der Spitze von 216 Fachleuten aus 16 Ländern und 22 wissenschaftlichen Disziplinen. Sabine Ladstätter führte das internationale Team zu wertvollen Funden und neuen Erkenntnissen. 

 

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

 

Download eines ausführlichen Interviews mit Frau Doz. Ladstätter

hoherbesuch oben PD Dr. Sabine Ladstätter (© Astrid Bartl), Dr. Veli Köse

GFE-Jahrestreffen mit Wissenschafterin des Jahres Ladstätter,
BM Töchterle sowie Aspendos-Forscher Köse

 
Am 27. November 2012 fand die alljährlich stattfindende festliche Jahresversammlung der Gesellschaft der Freunde von Ephesos (GFE) mit hochkarätiger Besetzung des Podiums statt. Die Veranstaltung, die wie bereits in den vergangengen Jahren in den Räumlichkeiten der Österreichischen Industriellenvereinigung am Wiener Schwarzenbergplatz stattfand, bot aktuelle archäologische Erkenntnisse auf höchstem wissenschaftlichen Niveau.
 
So referierten nach Eingangsstatements von Präsident Wolfgang Hesoun und BM Karl-Heinz Töchterle sowohl die österreichische Wissenschafterin des Jahres Sabine Ladstätter als auch der türkische Forscher Veli Köse. Ephesos Grabungsleiterin Sabine Ladstätter präsentierte die Forschungsergebnisse der abgelaufenen Grabungskampagne 2012,Veli Köse von der Universität Ankara hielt einen Vortrag mit dem Titel "Aspendos in Pamphyilien. Ergebnisse der neuen Forschungen in einer antiken Hafenstadt im Süden der Türkei.“
 
Im Anschluss lud die GFE gemeinsam mit dem Gastgeber noch zu einem Buffet, das die Möglichkeit zum Austausch über das eben Gehörte bot und einen gemütlichen Ausklang eines informativen und anregenden Abends bildete.
 
Für weitere Informationen:
www.oeai.at
www.aspendosproject.com

WEBBILDcredit andy wenzel

Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Entdeckung des Hanghauses 2 in Ephesos besuchten Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Bundesminister Dr. Karlheinz Töchterle Mitte Juni 2012 die antike Stadt.

In Begleitung einer Delegation wichtiger Persönlichkeiten aus der österreichischen Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft verbrachte der österreichische Bundespräsident zwei Tage in Ephesos. Neben einem Mittagessen mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül sowie Gesprächen mit dem Kulturminister Ertuğrul Günay wurde ein umfangreiches Besichtigungsprogramm absolviert.

Am Samstag, dem 16. Juli 2012, wurde vor der einzigartigen Kulisse der Celsusbibliothek der Festakt gefeiert. Der Modeschöpfer Atil Kutoğlu führte durch den Abend, der musikalisch von den „Borusan Virtuosi“ umrahmt wurde. Neben Musikstücken berühmter österreichischer Komponisten verzauberte das Orchester auch mit Klängen aus dem Gastland Türkei.

Im Anschluss lud die Gesellschaft der Freunde von Ephesos zum stimmungsvollen Ausklang am Buffet.

OBS20130625OBS0024preview © ÖAI

 

Spätantike Wohnkultur in Ephesos – Neu erforscht

 

Minister Töchterle begrüßt Bereitstellen privater Mittel für archäologische Grundlagenforschung

 

Seit vielen Jahren unterstützt die Gesellschaft der Freunde von Ephesos wissenschaftliche Projekte der österreichischen Grabung in Ephesos in der Türkei. In diesem Jahr wird in Kooperation mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) die geophysikalische Erforschung von Ephesos fortgesetzt. Besonders aussagekräftig sind Bodenradarmessungen, die in den letzten Jahren in der Stadt und in der Nekropole verstärkt angewendet wurden. Diese Prospektion war auch die Basis für Ausgrabungen einer spätantiken Residenz im Stadtzentrum von Ephesos mit prächtig ausgestatteten Repräsentationsräumen. Durch die abrupte Zerstörung des Gebäudes sind viele Einrichtungsgegenstände erhalten geblieben und bieten neue Einblicke die Lebenswelt des 7. Jahrhunderts, als Ephesos als christliche Metropole blühte, aber auch bereits von Einfällen arabischer Stämme bedroht war.


Die gesamte Meldung finden Sie hier.

Mit freundlicher Unterstützung von