Jetzt spenden
01Cukurici Hyk

DAS FRÜHE EPHESOS

BILD: çUKURIçI HÖYÜK, CREDIT: ÖAI/Niki Gail

SetWidth308-Androklos-Fries-Hadrianstempel SetWidth308-02Cukurici-Hyk-Metallverhtung


Ende 7. Jahrtausend – 334 v. Chr.

Die bislang ältesten Spuren menschlicher Besiedlung im Raum von Ephesos wurden auf dem Çukuriçi Höyük entdeckt und reichen bis in das frühe Chalkolithikum (spätes 7. Jtsd.) zurück. Spätestens seit der Frühbronzezeit (3. Jtsd.) war der Ayasuluk, der als Hügel mit Felsabhängen an drei seiner Seiten gut zu verteidigen war, bewohnt. Zu jener Zeit lag er direkt an der Küste, denn anstelle der Ebene, die seit der Antike vom Fluss Kaystros (Küçük Menderes) angeschwemmt wurde, erstreckte sich eine tiefe Meeresbucht bis an den Fuß der Bergketten im Süden, Osten und Norden. Bis in das frühe 8. Jh. blieb der Ayasuluk der einzige bekannte Siedlungsplatz im Bereich von Ephesos. Seit der späten Bronzezeit wurde auch das Gelände des Artemisions an seinem südwestlichen Fuß genutzt, seit dem Beginn der Eisenzeit (2. Hälfte 11. Jh.) lag dort ein Heiligtum.

Die spätbronzezeitliche Siedlung auf dem Ayasuluk ist mit großer Wahrscheinlichkeit mit Apaša zu identifizieren, der Hauptstadt des luwischen Königreiches von Arzawa (16.–13. Jh.), das die wichtigste Macht im westlichen Anatolien darstellte und zuerst Rivale, später Vasall des Hethiterreiches war. Tief greifende Veränderungen in der materiellen Kultur weisen auf einen Wechsel in der Bevölkerungsstruktur während des 11. Jhs.: Siedler vom griechischen Festland eroberten im Zuge der sogenannten Ionischen Wanderung die Küste Westkleinasiens. Der Gründungsmythos berichtet von einem legendären attischen Königssohn namens Androklos, der Ephesos den einheimischen Karern, Lelegern und Lydern entrissen habe. Das Zentrum der Stadt blieb auf dem Ayasuluk. Ab der Mitte des 8. Jhs. gründete man auf dem und um den Panayırdağ weitere Siedlungen, von denen eine auf der Nordostterrasse des Panayırdağ und eine weitere unter der späteren Tetragonos Agora (Handelsmarkt) teilweise ausgegraben wurde.

Die unabhängige Polis (Stadtstaat) Ephesos wurde ab der 2. Hälfte des 7. Jhs. zunehmend vom aufstrebenden Reich der Lyder bedrängt: Bald nach 560 eroberte der lydische König Kroisos die Stadt. 546 oder kurz danach eroberten die Perser das Lyderreich und damit auch Ephesos. Ihre Herrschaft währte bis zu Alexander dem Großen (334 v. Chr.). Den nächsten Einschnitt in der Stadtentwicklung setzte Lysimachos, ein Alexander-Nachfolger, der die Bewohner am Beginn des 3. Jhs. v. Chr. neuerlich umsiedelte, und zwar in die Senke zwischen Panayırdağ und Bülbüldağ.

Mit freundlicher Unterstützung von